Damit gute Ideen auch tatsächlich umgesetzt werden! Die „Agile Lern-Expedition“ im Einsatz bei Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.

Eine Person, in einer Hand eine Kaffeetasse, in der anderen ein Schild mit der aufschrift "Wirt's schon?"

Ein spannendes Gespräch war’s: Dagmar Lettner und Amélie Bohlen gaben uns Einblick in den Verein “Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.” und das Projekt „MitWirkung – Perspektiven für Familien“.

Die Vision des Vereins ist die Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit. Hieran arbeiten die Kolleg*innen vor allem mit Fachkräften aus den Lebenswelten wie z. B. Kitas oder Familienzentren und vor allem auch der Verwaltung. Im Projekt „MitWirkung“ geht es aktuell darum, in Berlin gemeinsam mit der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie und den Fachkräften aus den Bezirken die Folgen von Kinder- und Familienarmut zu bekämpfen.

Fachkräfte zu sensibilisieren und zu vernetzen, ist ein guter erster Schritt, in der Zusammenarbeit entstehen viele gute Ideen und Ansätze. Doch zum „Bohren dicker Bretter“ helfen gute Ideen allein noch nicht – sie müssen auch konsequent in das eigene Handeln umgesetzt werden. Genau hier brachten die Kolleginnen von MitWirkung die Arbeitsform „Agile Lern-Expedition (ALEx)” ins Spiel: Das Format unterstützt durch eine klare Struktur und hilfreiche Materialien kollegiale Gruppen bei der Selbstorganisation und beim „Dranbleiben“. Damit gute Ideen und guter Wille eben nicht im Alltag untergehen und man sich in kleinen Schritten den großen Zielen nähern kann.

Und deshalb hat dieser Blogbeitrag – wie unser Gespräch mit den beiden Kolleginnen – zwei Themen: Wir möchten Ihnen berichten

… wie das Projekt „MitWirkung“ Fachkräfte in den Verwaltungen dabei unterstützt, in ihrer Arbeit mehr und gezielter Wirkung zu entfalten und

… wie die Kolleginnen den nicht ganz leichten Weg von der Idee „Wir finden ALEx toll und wollen es nutzen“ zu „ALEx wirklich etablieren“ bewältigen.

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Abschieds-Gruß aus der Laborküche … aber keine Sorge: Wir machen weiter :-)

Collage von Bildern aus Veranstaltungen im Rahmen des Verwaltungsrebellen-Projekts

Was für eine wilde Fahrt! Mit diesem Jahr endet das Projekt „Verwaltungsrebellen-Labor“, das wir 2020 gemeinsam mit den Städten Essen und Lünen und dem Kreis Wesel gestartet haben (gefördert vom Bundesinnenministerium im Rahmen des Programms „Regionale Open Government Labore“). Und so ist es Zeit für einen letzten Gruß aus der Labor-Küche.

Vorab sei gleich gesagt: Das Projekt endet – aber nicht das, was wir im Projekt aufgebaut haben. Die Vernetzungsplattform und andere Formate (KIWI, ALEx, kleine und große Netzwerktreffen) geben wir vertrauensvoll in die Hände des Regionalverbands Ruhr. Dort wird das Team der Digitalen Metropole Ruhr dafür sorgen, dass diese Angebote für gemeinsames Lernen, Verbünden und Verändern den Verwaltungsrebell:innen in der gesamten Republik dauerhaft zur Verfügung stehen.

Und auch die Initiative Verwaltungsrebellen hört nicht auf! Zum einen, weil wir weiterhin bloggen und nicht müde werden zu zeigen, dass Verwaltung auch anders kann. Und zum anderen, weil da draußen ja noch so viele Verwaltungsrebell:innen wirbeln! Und sie genauso wenig müde werden, dicke Bretter zu bohren, gegen Wände zu laufen und wieder aufzustehen, hartnäckig Veränderungen einzufordern, sich bei all dem gegenseitig den Rücken stärken und dabei helfen, den Glauben an die Verwaltung nicht zu verlieren! 😊

So, nun aber ein letzter zusammenfassender „Rundumschlag“ über das Verwaltungsrebellen-Labor:

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„Projekte machen Verwaltung fit, wir machen Projekte fit“ – Das V-Büro der Freien Hansestadt Bremen

Das V-Team - Zeichnungen der acht Teammitglieder

Digitalisierung, gesellschaftliche Herausforderungen und Krisen, eine Arbeitswelt im Wandel, … Mit den Forderungen nach Veränderung steigt auch die Anzahl der Projekte, die Verwaltungen parallel zum Tagesgeschäft bewältigen muss. Die Fähigkeit, einmalige, zeitlich begrenzte und oft komplexe Vorhaben zu planen und umzusetzen, ist in Verwaltungen aber (noch) nicht in der Breite vorhanden. Aus diesem Grund etablieren seit einigen Jahren immer mehr Verwaltungen Projektmanagement Offices (PMOs), Digitalisierungsteams und andere Unterstützungseinheiten, die die Projektarbeit unterstützen sollen.

Als das Büro für Projekt- und Veränderungsmanagement (kurz: V-Büro) der Freien Hansestadt Bremen 2017 gegründet wurde, gehörte es zu einer der ersten solcher Unterstützungseinheiten. Entsprechend hat das mittlerweile 8-köpfige Team einige Erfahrungen in petto, von denen andere Verwaltungen profitieren können. Und so freut uns sehr, dass Lutz Liffers (Leiter des V-Büros) und Lena Flitta (Team V-Büro) uns im Interview Rede und Antwort gestanden haben und wir in diesem Beitrag davon berichten können …

  • … wie das V-Büro Projekte unterstützt und warum es dabei nicht nur um Methoden, sondern vor allem um soziale Prozesse und einen Kulturwandel geht,
  • … welche Herausforderungen die Projektarbeit in Verwaltungen birgt und wie das V-Büro sie angeht,
  • … wie das V-Büro sich intern organisiert und dabei „Neue Arbeit“ vorlebt.

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„Ein Ort, der richtig gut ist für Menschen!“ Wie konsequentes Design Thinking Praxis und Haltung in Verwaltung verändern kann

Bürger:innen im Gespräch vor einem Prototypen der zukünftigen Bibliothek

Sie hat es in Würzburg getan und sie tut es aktuell in Essen: Anja Flicker begleitet als Direktorin der Stadtbibliothek ihr Team dabei, das Angebot der Bibliothek nutzer:innen-orientiert weiterzuentwickeln. „Wir wollen ein Ort sein, der richtig gut ist für die Menschen in unserer Stadt. Und das geht nur, wenn wir diese Orte gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln.“ Keine Sache von ein paar Tagen, klar, eher eine längere Reise. Als Reiseführer dient „Design Thinking“ – eine Methode, den Blickwinkel der Bürger:innen, der Kund:innen, der Zielgruppen in die eigene Arbeit einzubringen.

Und deshalb ist dieser Beitrag mehr als ein Bericht über Bibliotheksentwicklung – er liefert vielmehr reiche Erfahrungen von einer Expedition, einem Weg der nutzerzentrierten Veränderung in Verwaltungen, wie er auch in anderen Fachbereichen stattfinden könnte.

Das Beispiel der Bibliothek zeigt anschaulich:
… wie Design Thinking in der Verwaltung praktisch funktionieren kann,
… welche Erfahrungen Mitarbeiter:innen gemacht haben, die „ihre Komfortzone hinter der Informationstheke“ verlassen,
… was es braucht, um einen solchen Prozess im laufenden Betrieb zu stemmen, und
… wie nachhaltig Design Thinking die Haltung, Kundenbeziehungen und Dienstleistungen verändern kann.

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Agile Lern-Expedition: Gemeinsam „laut“ experimentieren!

Ein ALEx-Zirkel in Aktion. Vier Personen sitzen an einem Tisch beisammen. Auf dem Tisch sind zahlreiche Materialien ausgebreitet.

Wer oder was ist ALEx?! ALEx steht für „Agile Lern-Expedition“ und ist ein Lernzirkel-Format. Lernzirkel geben einen strukturierten Rahmen, um in einem abgesteckten Zeitraum ein individuelles Ziel zu verfolgen und dabei in einer kleinen Gruppe voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Vielleicht kennt der eine oder der andere  ja das Lernzirkel-Format „Working out loud“? Davon ist auch ALEx inspiriert.

Allerdings haben wir ein Format gesucht, das

  • sich leichter an die Verwaltungsrealität andocken lässt,
  • offener lässt, welches Ziel verfolgt wird – und wie (WOL war uns etwas zu „Vernetzungs-lastig“),
  • agile Arbeitsweisen nutzt,
  • und dauerhaft unter einer offenen Lizenz verfügbar ist.

Also haben wir konzeptionell gebrütet, ein bisschen geschüttelt und gerührt (WOL, Scrum, Experimentierräume, …) und ein eigenes Format entwickelt. So wurde 2018 ALEx geboren. Zunächst entwickelt für eine zweijährige Führungsqualifizierung (wo es bis heute erfolgreich eingesetzt wird), haben wir das Format mitgenommen in das Verwaltungsrebellen-Labor. Dort haben sich zahlreiche Teilnehmer:innen in „Verwaltungsrebellen-Zirkeln“ auf eine Agile Lern-Expedition begeben. Weiterlesen

Verwaltungsrebell:innen kapern das Unperfekthaus! So war das Verwaltungsrebellen-Camp 2022

Gruppenbild vom Verwaltungsrebellen-Camp

Wenn dieser Tag nicht gezeigt hat, dass Verwaltung auch anders kann, dann wissen wir auch nicht mehr… Am 17.08.22 war richtig was los im Unperfekthaus! Knapp 90 unermüdliche und mutmachende Rebell:innen aus 22 Verwaltungen nutzten das Verwaltungsrebellen-Camp, um sich auszutauschen, gegenseitig zu inspirieren und zu stärken. Das Camp war ein Baustein des Projektes “Verwaltungsrebellen-Labor“, das wir noch bis Ende 2022 gemeinsam mit dem Kreis Wesel und den Städten Essen und Lünen wuppen.

Wir möchten den Tag nun mit wenigen Worten und vielen Bildern Revue passieren lassen:

„Zugang nur mit Passierschein A38!“ Huch, was ist das denn für eine Begrüßung beim Eintrudeln? Tut uns leid, aber das haben wir schon immer so gemacht. Zum Glück lassen sich Verwaltungsrebell:innen davon nicht in den Wahnsinn treiben. Und auch über die klischeehaften Glaubenssätze der Verwaltung gehen sie schnurstracks hinweg. Weiterlesen

Wer kommt zum Verwaltungsrebellen-Camp? Start frei für die Anmeldungen!

Banner mit Bildern des Unperfekthauses. Außenansicht mit Kunstwerken. Essende Menschen im UpH-Restaurant. Der große Veranstaltungsraum belebt mit Menschen. Die Dachterasse.

Am 17. August findet von 09:30 bis 17:00 Uhr das Verwaltungsrebellen-Camp im schönen Unperfekthaus in Essen statt. An diesem Tag habt ihr – Mitarbeiter:innen aus Verwaltungen an Rhein und Ruhr und anderswo – die Gelegenheit, euch in großer Runde und endlich live und in 3D zu treffen!

Gemeinsam bereiten wir, die Partner:innen im Projekt Verwaltungsrebellen-Labor (Kreis Wesel, Stadt Essen, Stadt Lünen und Initiative Verwaltungsrebellen), für euch einen kreativen und inspirierenden Tag vor.

Dieses Programm erwartet euch: Weiterlesen

Neue Arbeit, Neue Führung – Kerstin Sander (Kreis Soest) geht als Abteilungsleiterin IT und Verwaltungsdigitalisierung neue Wege

Zu sehen ist ein Baum, der etwas schief wächst und dabei von einer großen aus Holz modellierten Hand gestützt wird.

Vor ziemlich genau drei Jahren übernahm Kerstin Sander die Leitung der Abteilung „IT und Verwaltungsdigitalisierung“ beim Kreis Soest – in einer Doppelspitze gemeinsam mit ihrem Kollegen Helge Paul (IT-Fachliche Leitung). Es war kein einfaches Erbe, das sie da antrat: Zahlreiche Stellen waren vakant, drei von vier Führungsstellen teilweise seit Jahren nicht besetzt. Die Stimmung in der Belegschaft war am Boden. Mehrere wertvolle Fachkräfte waren auf dem Sprung, sich auf andere Stellen zu bewerben. Zwar waren sogar zusätzliche Stellen genehmigt, aber gar nicht ausreichend Arbeitsplätze dafür vorhanden.

Profilbild Kerstin Sander

Kerstin Sander, Abteilungsleiterin „IT und Verwaltungsdigitalisierung“, Kreis Soest

Nun, drei Jahre später, ist die Zufriedenheit unter den gut 40 Mitarbeiter:innen sehr hoch. Das ist im Alltag deutlich spürbar und interne Zufriedenheitsumfragen bestätigen es. Mitarbeitende halten nicht mehr nach neuen Stellen Ausschau und lehnen sogar Jobangebote mit höheren Entgeltstufen ab. „New Work“ wird gelebt – mit einer hohen Homeofficequote, flexibler Raumnutzung, digitalen Kollaborationstools.

Was ist passiert? Dazu haben wir Kerstin Sander interviewt. Gelebte Fehlerkultur, Führung als Dienstleistung, Selbstorganisation, flexibles Arbeiten, … – solche Schlagworte füllt sie mit Leben und zeigt ganz bodenständig und voller Leidenschaft, wie’s praktisch gehen kann. Weiterlesen

KIWI – das kollegiale Fortbildungs- und Austauschprogramm im Verwaltungsrebellen-Netz

Immer wieder erleben wir bei Meetups, bei Tagungen oder als Reaktionen auf News-Beiträge im Verwaltungsrebellen-Netz dieselbe Reaktion: „Wie toll, was wir voneinander lernen können! So erleichternd, dass nicht jede:r das Rad neu erfinden muss!“ Auch die Freigiebigkeit, mit der Erfahrungen geteilt werden, ist beeindruckend.

Warum daraus nicht etwas Systematischeres machen? Mit etwas mehr Zeit? Als kleine Online-Sessions – Lernen in der Sache und Gegenseitig-Kennenlernen in Einem. Niederschwellig. Verwaltungsübergreifend.

Und so entstand das Vorhaben fast „wie von selbst“: Wir bauen ein System kollegialer Impulse und „Mini-Fortbildungen“ auf – praxisnah und verwaltungsspezifisch.

Ein solches verwaltungsübergreifendes kollegiales Fortbildungsprogramm gibt es bisher nicht. Es kann und soll auch gar nicht existierende Fort- und Weiterbildungsbildungsangebote der Studieninstitute u.ä. ersetzen – wohl aber ergänzen.

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